Ich Muss Einfach

Ich habe gestern mit zwei wunderbaren Menschen gesprochen. Beide Deutsch-Marokkaner, beide 22 Jahre alt. Beide überzeugte Muslime und beide trotz Überzeugung leider nicht praktizierend. Das Verhältnis der beiden zueinander ist kollegial. Wie Menschen in dem Alter eben sind.

Woran ich dies festmache?
Ganz einfach. Als die beiden merkten, dass ich praktizierender Muslim und Deutsch-Türke bin, konfrontierten sie mich mit Fragen wie „Bist du strenggläubig?“ Ich antwortete dann in etwa: „Wer darf sagen, strenggläubig zu sein?“ Ich meine damit, ist einer, der fünfmal am Tag betet, strenggläubig? Und oder ist derjenige strenggläubig, der sich jeden Tag mit seinem Glauben beschäftigt? Für einen oder eine, der oder die all dieses tut, ist es kein wirklicher Beweis dafür, strenggläubig zu sein, denn es gibt beten und beten, lesen und lesen, sich mit seinem Glauben (Iman) beschäftigen und … Außerdem ist nicht jeder Tag gleich. Wie soll ein wahrhaft praktizierender Muslim nun auf diese Frage und ähnliche Fragen antworten?

Für diejenigen, die dies alles von außen betrachten, ist man definitiv streng gläubig. Aus dem einfachen Grund, weil es den Personen, die nicht praktizieren, sehr schwer fällt, z. B. fünfmal am Tag zu beten. Dabei ist all dies für die praktizierende Person schon nicht mehr ein Zeichen des tiefen Glaubens. Mag sein das dies in Wahrheit ein Zeichen des tiefen Glaubens ist, das jedoch nicht mehr unbedingt als solches wahrgenommen wird.

Der Wille ist da und dass Menschen wie die beiden, über die ich zu Anfang sprach, eine Bewunderung gegenüber denen hegen, die als Teil dieser Gesellschaft praktizierende Muslime sind, ist allgegenwärtig. Dem Willen dieser beiden sollte jemand nachkommen, der den MITTELWEG geht und nicht die, die als Über- bzw. Untertreiber gelten.

Ich sage zu mir selbst: „Ich muss derjenige sein, der diesen beiden über den Islam erzählt, bevor es zu spät ist.“ Ich muss ihnen sagen, dass Strenggläubigkeit ohne Kopftuch oder ohne Bart möglich ist und der Glaube im Herzen und durch den Willen kontrolliert werden kann, wobei der Wille durch Wissen zu untermauern ist. Auch sollte ich es sein, der erklären, was Liebe im Islam bedeutet und wie wir lieben sollten.

Ich sollte es auch sein, der ihnen beweist, dass es ungesund ist, mit der linken Hand zu essen und auch muss ich derjenige sein, der ihnen sagt, dass im Stehen zu trinken ganz einfach ebenfalls ungesund ist.
Auch bin ich dazu angehalten, zu vermitteln, egal was wir wissen im Islam – das höchste Wissen, das wir haben können, das Wissen über das Glaubensbekenntnis ist.

LÂ-Ilâhe Illellâh Muhammeder-Rasûlullah.

Im Islam kann dieses Wissen alleine ausreichen, um diesseits und jenseits Erfolg zu haben.

Auch muss ich derjenige sein, der ihnen erklärt, wie der Glaube zu verstehen ist, nämlich dass der Glaube (Iman) vergleichbar einer Kleidung ist und immer wieder entstaubt und sauber gemacht werden sollte. Das Entstauben erfolgt, indem das Glaubensbekenntnis ausgesprochen wird. Dabei sollte immer wieder Klarheit darüber geschaffen werden, dass es nur einen Allmächtigen gibt und das Muhammed, Jesus, Moses, …..Abraham…….und Adam (s.a.v.s. e.) seine Gesandten und ergebene Diener waren und sind. Der Moslem ist damit derjenige, der bekennt, ein ergebener Diener des Einen zu sein.

Ich denke mir: „Ich muss entsprechend derjenige sein, der ihnen sagt, dass jemand, der nicht einmal pro Woche zum Gebet geht oder mindestens einmal am Tag ein Gebet verrichtet, nicht dazu kommt, das Glaubensbekenntnis auszusprechen. Das Gebet ist dazu ein sehr guter Anlass, weil das Glaubensbekenntnis mindestens einmal auf den Knien sitzend ausgeführt wird.

Ich muss derjenige sein, der Ihnen erzählt, dass es im Islam Gruppen gibt, die über- und untertreiben und dass sie besser den Mittelweg gehen sollten.

Ich muss derjenige sein, der ihnen erklärt, dass es sich auch Untertreiber sehr einfach machen, indem sie anderen den Glauben absprechen und dass diese selbst vor dem dritten Kalifen keinen Halt gemacht haben.

Ich muss einfach.

Ich muss derjenige sein, der als allererster das alles übermittelt, bevor jemand anders mit Halbwahrheiten daherkommt. Ich muss derjenige sein, der ihnen erklärt, dass selbst Menschen, die wir als Muslime kennen und gekannt haben, in Ewigkeit im Feuer verbleiben werden, aber dies untersteht allein dem Wissen des Allmächtigem und es steht niemandem zu, darüber zu urteilen. Wer im Glauben und wer im Unglauben ist oder entsprechend sterben wird ist auf der Ebene des Einen, dessen Anfang und Ende nicht existent ist.

Auch ich sollte derjenige sein, der zu Ihnen spricht und sagt, dass keiner das Recht hat und hatte, die Menschen aus Taif des Unglaubens zu beschuldigen und anschließend alle zu ermorden. So geschehen in der osmanischen Blütezeit von Seiten der Übertreiber, auf die sich die heutigen Übertreiber immer noch berufen.

Ich muss einfach derjenige sein, der ihnen erklärt, dass das genau die Einstellung der Gruppe der Übertreiber im Namen des Islams ist, die momentan in der ganzen Welt Angst und Schrecken verbreiten.

Ich muss einfach.

Ich sollte auch der sein, der ihnen erklären, dass die Mehrheit der muslimischen Glaubensgemeinschaft – der Ummah – niemals in etwas Falschem übereinkommen und eine Einheit bilden werden, so in Fragen der Ketzerei oder der Irreführung. Deshalb sollte man sich in strittigen Fragen der Mehrheit der Ummah anschließen.

Ich muss ihnen erklären, dass die Gruppe der Untertreiber diese sind, die zuvor in Syrien und Irak ungerecht waren, so dass die Gruppen der Übertreiber versuchen, die Macht an sich zu reißen.

Ich sollte einfach versuchen Ihnen klar zu machen, dass es um den Glauben geht, dass ohne diesen das ewige Leben verloren ist. Es geht nicht darum, wer gut und wer böse ist und auch geht es nicht darum, wer gläubig oder ungläubig ist.

Es geht um den eigenen Glauben. Möge unser aller Ableben ein gutes sein.

 

s.a.v.s. e. = Heil und Frienden sei mit Ihnen allen

2 Gedanken zu “Ich Muss Einfach

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